Modul 9e – Evaluation der betrieblichen Ausbildung

  
 Was ist eine Evaluation – und warum wird sie durchgeführt?
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Der Auszubildende hat seine Ausbildung beendet und der Betrieb seine Pflicht erfüllt. Es ist an der Zeit, zusammenzufassen: Was hat der Auszubildende geschafft? Welche Schlussfolgerrungen zieht der Betrieb aus der Ausbildung? Zum Beispiel:
  • Was lief gut, was kann beim nächsten Auszubildenden besser gemacht werden?
  • Können andere Unternehmen von Ihren Erfahrungen lernen?
Eine Evaluation ist das systematische Sammeln von Erfahrungen, die man bei der Durchführung, bei der Organisation und mit den Resultaten der betrieblichen Ausbildung gemacht hat.

Vor Ausbildungsbeginn
Vor dem ersten betrieblichen Ausbildungsabschnitt haben Sie Ihre Erwartungen an den Auszubildenden geklärt und dem Auszubildenden mitgeteilt sowie die Erwartungen des Auszubildende an den Betrieb eingeholt.

Während der Ausbildung

Sie haben regelmäßig Feedback-Gespräche geführt und an einigen der Gespräche vielleicht auch schulische Vertreter teilgenommen. Hier haben Sie dem Auszubildenden Rückmeldungen gegeben und sich erkundigt, wie es ihm geht.

Möglicherweise haben Sie Ihre Ausbildungsmethoden und die Arbeitsaufgaben so justiert, dass der Auszubildende passende Herausforderungen erhielt.

Nach Abschluss der Ausbildung
Jetzt ist wichtig, dass Sie auch die Meinung Ihres Auszubildenden über die gesamte betriebliche Ausbildung hören.

Beurteilen Sie sich auch selbst und die gesamte Ausbildung:
  • Was lief gut?
  • Was muss nächstes Mal geändert werden?
  • Fühlen Sie sich ausreichend vorbereitet?
  • Müssen Sie Ihre Ausbilderkompetenzen erweitern?
Grundlage für die Evaluation sollten die Ziele sein, die Sie sich anfangs gesetzt hatten (und eventuell während der Ausbildung angepasst haben).
  
 Evaluation durch den Auszubildenden
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Der Auszubildende kann die betriebliche Ausbildung
zum Beispiel unter folgenden Gesichtspunkten evaluieren:
  • den Rahmen für die Ausbildung
  • die Arbeits- und Ausbildungsaufgaben
  • die Ausbildung und die Methoden
  • der Betrieb als Ausbildungsort
  • das Zusammenwirken zwischen schulischer und betrieblicher Ausbildung
Sie können sich zum Beispiel vom Auszubildenden nach jedem betrieblichen Ausbildungsabschnitt ein Schema ausfüllen lassen. Als Minimum sollte es jedoch nach beendigter Ausbildung ausgefüllt werden.

Der Ausbildungsleiter kann die ausgefüllten Bogen archivieren und in Bezug auf Verbesserungsvorschläge aufbereiten.

Eine Evaluation kann auf mehrere Arten durchgeführt werden:
  • Schriftlich: Setzen Sie zum Beispiel einen Fragebogen ein.
  • Mündlich. Überlegen Sie, welche Personen aus Ihrem Betrieb teilnehmen sollten.
  • Eine Kombination: Führen Sie ein Gespräch, das durch einen Fragebogen ergänzt wird oder auf der Beantwortung eines Fragebogens aufbaut.
Beachten Sie auch Folgendes:

Begründungen
Bitten Sie Ihren Auszubildenden, seine Ansichten zu begründen. Auf diese Art erfahren Sie, was nicht optimal ist (und vielleicht geändert werden sollte) oder was gut läuft (und vielleicht weiter ausgebaut werden kann). Die Fähigkeit des Auszubildenden, Kritik zu üben, beeinflusst also den Nutzen der Evaluation für den Betrieb!

Ungleiche Machtverhältnisse
Berücksichtigen Sie das ungleiche Machtverhältnis zwischen Auszubildendem und Ausbilder: Inwieweit kann der Auszubildende oder gerade Ausgebildete Missstände klar benennen?

Ziehen Sie Grenzen
Die Evaluation sollte sich um die Ausbildung drehen, nicht um die Persönlichkeit des Ausbilders. Machen Sie mit sich selbst aus, was Sie wissen möchten, und machen Sie dies zum Ausgangspunkt für Ihre Fragen.
  
 Die Selbstbeurteilung des Ausbilders
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Der Ausbildungsleiter kann Sie als Ausbilder des Unternehmens
auffordern, die eigenen Ausbildungsfähigkeiten und Rahmenbedingungen zu beurteilen.

Folgende Punkte können einbezogen werden:
  • die organisatorische Verankerung im Unternehmen
  • die Ausbildung und die Methoden
  • der Betrieb als Ausbildungsort
  • die Kooperation mit der Berufsschule
Dafür kann ein geeignetes Schema verwendet werden, eventuell sogar nach jedem betrieblichen Ausbildungsabschnitt.

Der Ausbildungsleiter archiviert die Resultate und prüft Sie auf Entwicklungsmöglichkeiten.
  
 Ein Evaluationsmodell
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So kann eine Evaluation im Betrieb verlaufen:
  1. Rückmeldungen: Der Auszubildende beurteilt den fachlichen Inhalt der Ausbildung und wie er die Ausbildung erlebt.
  2. Lerneffekte: Der Nutzwert der Ausbildung wird festgestellt (zum Beispiel durch Tests oder Beobachtungen).
  3. Anwendung: Es wird geprüft, ob der Auszubildende das Gelernte bei der Arbeit anwenden kann.
  4. Resultate: Der Betrieb beurteilt, was es für das Unternehmen bedeutet, auszubilden (Effektmessung).
Das Modell stammt von dem amerikanischen Wissenschaftler Donald Kirkpatrick.

9 – Beurteilungen

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