Modul 9c – Bewertungen des Ausbilders

  
 Beurteilungen
minimieren
Beurteilungen sind in den ausbildungspolitischen Blickpunkt gerückt. Man nennt Beurteilungen auch Bewertungen, systematische Rückmeldungen, Evaluationen usw.

Viele Auszubildende bitten selbst um Rückmeldung in Bezug auf ihre Leistungen. Diese Beurteilungen geben ihnen während ihrer mehrjährigen Ausbildungszeit Anhaltspunkte und Ziele.

Hier folgen zwei Beispiele aus zwei verschiedenen Unternehmen. Lassen Sie sich inspirieren und entwerfen Sie eventuell Ihren eigenen Bewertungsbogen.

Beispiel 1: Unternehmen mit industrieller Produktion
Hier handelt es sich um eine Qualitätsbeurteilung mit Fokus auf:
  • Qualität
  • Effizienz
  • Flexibilität
  • Engagement
  • Kompetenz
Beispiel 2: Transportunternehmen
Mithilfe dieser Vorlage dokumentiert der Ausbilder, ob der Auszubildende verschiedene Arbeitsoperationen ausführen kann und ob er die Selbstests durchgeführt hat, die zum jeweiligen Fachgebiet gehören.

Hier bestehen nur Ankreuzmöglichkeiten zwischen den Antworten ja und nein.

Klicken Sie auf die drei Downloads möglicher Bewertungsschemata.

Schema 1                 Schema 2                 Schema 3
  
 Beobachtungen
minimieren
In die Beurteilung Ihres Auszubildenden müssen Sie Ihre Beobachtungen einbeziehen.

Beobachten bedeutet, dass Sie systematisch darauf achten, wie der Auszubildende die verschiedenen Arbeitsaufgaben ausführt, zum Beispiel:
  • Wie bedient er die Anlagen und wie wendet er das Werkzeug an?
  • Wie geht er neue Aufgaben an?
  • Wie führt er Kundengespräche durch?
  • Wie arbeitet er mit den Kollegen zusammen?
Vereinbaren Sie Zeitpunkte, an denen Sie den Auszubildenden bei der Arbeit beobachten können. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie eher selten direkt mit Ihrem Auszubildenden zusammenarbeiten.
  
 Feedback während der Ausbildung
minimieren
Es reicht nicht aus, dem Auszubildenden mitzuteilen, wie er verschiedene Arbeitsaufgaben ausführen soll. Sobald eine neue Aufgabe ansteht, sollten Sie die folgenden Schritte beachten:
  1. Wählen Sie eine Ausbildungsmethode (siehe dazu Modul 4c – Ausbildungsmethoden).
  2. Beobachten Sie den Auszubildenden, während er die Aufgabe ausführt.
  3. Geben Sie ihm Feedback.
Falls nötig, wiederholen Sie den Vorgang!

Geben Sie dem Auszubildenden Feedback sowohl in Bezug auf seine fachliche Entwicklung als auch auf seine persönliche und soziale Entwicklung. Zum Beispiel:
  • zur Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen
  • zur Planungsfähigkeit
  • zur Selbstständigkeit
  • zum problemlösenden Denken
  • zur Fähigkeit, den eigenen Einsatz realistisch beurteilen zu können
  • zur Zusammenarbeit mit den Kollegen
  
 Feedback-Gespräche
minimieren
Hier erhalten Sie Ratschläge zur Vorbereitung
und Durchführung eines Feedback-Gesprächs:

Vor dem Gespräch:

  1. Beobachten Sie eine Zeit lang das Verhalten des Auszubildenden.
  2. Nehmen Sie eine fachliche Beurteilung vor.
  3. Erkundigen Sie sich beim übrigen Ausbildungspersonal, also auch den anderen Ausbildungsbeauftragten.
  4. Machen Sie sich Notizen und Stichworte.
  5. Bereiten Sie das Gespräch auf Basis der Vereinbarungen im letzten Gespräch vor.
Während des Gesprächs:
  1. Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre.
  2. Hören Sie sich zunächst die Selbstbeurteilung des Auszubildenden an.
  3. Beschreiben Sie Ihre aktuellen Beobachtungen und bitten den Auszubildenden, dazu Stellung zu beziehen.
  4. Erklären Sie Ihre Beurteilung und diskutieren Sie diese mit dem Auszubildenden.
  5. Einigen Sie sich auf neue Absprachen bezüglich der Entwicklung des Auszubildenden für den nächsten Ausbildungsabschnitt.
  6. Vereinbaren Sie einen Termin für das nächste Gespräch.
Weitere Hinweise zum Thema Feedback-Gespräche finden Sie im Modul 5d und im Modul 6c.
  
 Kündigung des Vertrags
minimieren
Es kommt vor, dass der Auszubildende oder das Unternehmen den Vertrag lösen wollen.

Falls dies innerhalb der Probezeit geschieht, also in den maximal ersten vier Monaten der Ausbildung, kann der Vertrag von jeder Seite ohne Einhaltung einer Frist gelöst werden.

Kündigungen nach der Probezeit sind nur durch den Auszubildenden möglich, zum Beispiel bei einem Wechsel des Berufs oder bei einer Aufgabe der Berufsausbildung. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und die Gründe benennen, die einzuhaltende Frist beträgt vier Wochen.

Immer möglich sind fristlose Kündigungen. Vorausgegangen sein müssen aber erhebliche Pflichtverletzungen, aufseiten des Auszubildenden zum Beispiel Diebstahl, Gewalt gegen Sachen oder Personen, aufseiten des Arbeitgebers schwerwiegende Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) oder das Ausbleiben der monatlich vereinbarten Ausbildungsvergütung.

Der Arbeitgeber muss spätestens 14 Tage nach Bekanntwerden des Kündigungsgrundes schriftlich mit Angabe des Grundes kündigen. In der Regel müssen vorher Abmahnungen erfolgt sein, da die Kündigung das letzte und schärfste arbeitsrechtliche Mittel darstellt. Die Kündigung muss schriftlich unter Angabe des Grundes erfolgen. Falls es im Betrieb einen Betriebsrat gibt, ist dieser vor der Kündigung anzuhören.

Aus dem Grundsatz der Vertragsfreiheit kann ein Ausbildungsverhältnis jederzeit aufgehoben werden. Weder Betriebsrat noch staatliche Stellen müssen zustimmen. Dem Aufhebungsvertrag müssen beide Seiten (und bei Minderjährigen auch die gesetzlichen Vertreter) zustimmen, wenn er wirksam sein soll.

9 – Beurteilungen

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