Modul 8a – Sicherheit für den Mitarbeiter

  
 Aufmerksamkeit, Voraussicht und Fehlermeldungen
minimieren
Jeder kann Fehler begehen. Einige Fehler können jedoch fatale Folgen nach sich ziehen. Um Personen- oder Sachschäden zu vermeiden, müssen alle mitdenken. Indem man Arbeitsprozesse durchschaut, die Gesamtheit versteht und Gefahrenmomente beurteilt, kann jeder Mitarbeiter vorbeugen. Je mehr Personen aufmerksam sind, desto größer ist die Chance, Unfälle zu vermeiden.

Der Mitarbeiter ist nicht allein auf der Welt. Kollegen müssen sich Ausrüstung oder Maschinen mit ihm teilen oder übernehmen.

Hohe Aufmerksamkeit bedeutet auch, eventuelle Schäden voraussehen zu können. Daher ist es wichtig, dass der Auszubildende mit
  • sofortigen Schadensmeldungen und
  • sofortigen Fehlermeldungen
umgehen kann.

Eine Schadensmeldung kann als peinlich empfunden werden, aber entscheidend für das Wohl aller sein.

Achten Sie darauf, dass der Auszubildende Folgendes lernt:
  • die internen Abläufe für Fehl- und Schadensmeldungen
  • an Kollegen zu denken
  • vorausschauend zu sein
  
 Die persönliche Schutzausrüstung (PSA)
minimieren
Glücklicherweise kann man durch Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) Personen- oder Sachschäden ganz oder teilweise vorbeugen.

Es gehört zu den Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten, auf den empfohlenen Schutz am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen.

Bei den Berufsgenossenschaften gibt es weitere Informationen, zum Beispiel Regeln zur Anwendung technischer Hilfsmittel, Arbeitsplatzbeurteilungen, Regeln zum Umgang mit gefährlichen Materialien usw.

Beispiel Transportunternehmen
Hier legt man Wert darauf, dass die Fahrer Folgendes benutzen:
  • Arbeitshandschuhe
  • Sicherheitsschuhe
  • fluoreszierende Sicherheitsweste auf dem Terminal oder bei Auslandsfahrten (bei Dämmerung und Dunkelheit, schlechter Sicht, bei Unfällen auf Straßen und Wegen)
  • Masken und Spülbäder (bei der Ladung zum Beispiel von Lacken und Farben)
  
 Typische Gefahrenmomente
minimieren
Auf allen Arbeitsplätzen gibt es typische Gefahrenmomente. Erfahrenen Kollegen liegt es im Blut, diese zu umgehen. Sie denken wahrscheinlich noch nicht einmal daran, darauf aufmerksam zu machen.

Wenn man etwas Neues lernt, ist es schwierig, wichtige Dinge von den weniger wichtigen zu unterscheiden.

Das Allerwichtigste ist jedoch, auf die klassischen Gefahrenmomente zu achten!

Im Laufe der Zeit sind viele Lösungen entstanden: persönlichen Schutzausrüstung, Sondervorrichtungen, Warnlampen, Schilder usw.

Aber die beste Sicherheit ist noch immer, vorausschauend, aufmerksam und vorbereitet zu sein.
  
 Umgang mit Stress
minimieren
Viele erleben, dass heutzutage alles schneller und schneller gehen soll. Der Auszubildende muss lernen, mit Folgendem umzugehen:
  • Druck im Arbeitsalltag
  • Stress
  • Paniksituationen
Druck im Arbeitsalltag wird anfangs wahrscheinlich eher von einem Auszubildenden als einem routinierten Mitarbeiter erlebt. Alles ist neu, und dem Auszubildenden fehlt das Gespür für die Arbeitsabläufe. Der neue Kollege muss ständig über alles nachdenken und ist daher schneller erschöpft. Geben Sie ihm Zeit und erhöhen Sie die Belastung langsam.

Stress kann sowohl positiv als auch negativ sein. Positiver Stress erzeugt einen Adrenalinkick. Negativer Stress, besonders über einen längeren Zeitraum, führt dazu, dass der Auszubildende befürchtet, den Anforderungen nicht gerecht werden zu können.

In mehreren Branchen ist Stress die größte Ursache für Schäden und Unfälle. Lassen Sie Ihren Auszubildende üben,
  • die Ruhe zu bewahren,
  • zu erkennen, wann er an seine Stressgrenzen stößt,
  • Methoden zu entwickeln, wie er sich wieder beruhigen kann, wenn er gestresst ist.
  
 Erste Hilfe am Arbeitsplatz
minimieren
Achten Sie auf die notwendigen Einrichtungen: Verbandskasteninhalte und Ähnliches haben Verfalldaten.

Vergessen Sie nicht, Ihre Auszubildenden in Erster Hilfe, Brandschutz usw. auszubilden:
  • Kurse in Erster Hilfe, Feuerlöschen usw.
  • weitere Fortbildungskurse auf diesem Gebiet
  
 Ergonomie
minimieren
"Passen Sie auf Ihren Körper auf!" Der Azubi soll nach Möglichkeit viele Jahre lang in der Branche arbeiten können. Genau wie andere Mitarbeiter riskiert er ein arbeitsbedingten Verschleiß seiner Gesundheit oder eine Berufskrankheit. Eine anerkannte Berufskrankheit kann durch länger dauernde Einwirkungen der Arbeit oder durch die Verhältnisse, unter denen die Arbeit ausgeführt worden ist, entstanden sein.

Als Ausbilder sollten Sie beim Auszubildenden auf Folgendes achten:
  • Köperhaltung bei der Arbeit
  • schweres Heben und Tragen
  • belastende Wiederholungen
  • Möglichkeiten zur Vorbeugung
  • notwendige Pausen
  • Anwendung von Hilfsmitteln
  • solide Fußbekleidung/Sicherheitsschuhe
  • Materialien und Kurse der Berufsgenossenschaften
Ihre Aufgaben
Begnügen Sie sich nicht damit, mit dem Auszubildenden über das Thema zu reden. Demonstrieren Sie zweckmäßige Arbeitshaltungen, beobachten Sie den Auszubildenden und nehmen Sie gegebenenfalls Korrekturen vor! Kontrollieren Sie den Auszubildenden nach einem gewissen Zeitraum!
  
 Ernährung und Gesundheit
minimieren
In vielen Branchen gilt noch immer, dass die Ernährung eine persönliche Angelegenheit ist.

Sind Kollegen unterwegs, ist ein Besuch der Imbissbude oftmals das Einfachste. Aber jeder weiß, dass vitaminarme Fast-Food-Kost, Rauchen und fehlende Bewegung gesundheitsschädlich sind.

Die Ausbildung kann dazu beitragen, Ihre Branchenesskultur zum Positiven zu verändern.

Fast alle Krankenkassen sowie die Volkshochschulen bieten Kurse oder Beratung über gesunde Ernährung an.

Kommentar eines Fahrlehrers:

"Die meisten Fahrlehrer rauchen. Das gehört zur Branche und keiner sagt etwas dazu. Man mischt sich nicht in die Dinge der anderen ein.Aber man könnte genauso gut darüber reden, denn viele Fahrer sind auch viel zu dick. Sie sitzen meistens, bewegen sich nicht und essen schlecht. Das ist nicht gesund!"
  
 Work-Life-Balance
minimieren
Der neue Auszubildende soll nach Möglichkeit lange Zeit in der Branche bleiben. Das erfordert mehr als Fachwissen, ein gutes Gehalt und hohe Sicherheit.

Die Auszubildenden brauchen genauso einen sozialen Umgang, sowohl im Job als auch außerhalb des Jobs.

„Work-Life-Balance“ ist mehr als ein Modewort. Es ist etwas, was wir mit aufbauen und bewahren können. Und etwas, was Sie mit in die Ausbildung einbeziehen können: Hier zählen unter anderem:
  • der Umgangston mit Kollegen, Kunden und Lieferanten
  • die Aufmerksamkeit für den Gegenüber
  • Wie verbringt man die Pausen auf der Arbeit?
  • Wie schafft man es, Job und Privatleben zu verbinden?
Beispiel Transportunternehmen Frode Laursen A/S, Hinnerup (Dänemark), Fahrlehrer Bingo
"Bis zu einem gewissen Grad können die Fahrer selbst bestimmen, in welcher Schicht sie fahren wollen. Nicht alle schaffen Nachtschichten, andere fahren dagegen nachts am liebsten. Bei einigen muss es mit deren kleinen Kindern vereinbar sein. Eine sichere Art, Personal zu behalten, ist, dass alle damit zufrieden sind, was sie machen!"
  
 Hier erhalten Sie Hilfe
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Bestellen Sie Broschüren über Arbeitsschutz bei der für Sie zuständigen Berufsgenossenschaft. Sicherlich kommt gerne auch ein Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft zu einem Gespräch in Ihren Betrieb, um Sie zu beraten.

Außerdem sollten Sie sich selbstständig mit den Grundzügen des Arbeitsschutzes vertraut machen.

8 – Sicherheit und Betriebsklima

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