Modul 6c – Talentförderung

  
 Was bedeutet Talent?
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Was Talent ist, ist ein weit gehende Frage, über die die Experten sich streiten. Früher waren ein hoher Intelligenzquotient oder besondere sportliche Fähigkeiten Gründe für besondere Anerkennung. Aber Talent ist weitaus mehr.

Es gab schon immer hervorragende Handwerker oder Techniker. Und man weiß auch, dass einige Menschen besondere Fähigkeiten für den Umgang mit anderen Menschen haben. Wieder andere bewältigen neue Anforderungen stets schneller als andere.

Seit einigen Jahren ist man sich bewusst, dass Begabungen viele Facetten haben. Talente im Handwerk, im Dienstleistungsbereich oder in der Industrie sollten genauso gefördert werden wie andere.

Aber besondere Fähigkeiten, Motivation, Engagement oder Kreativität an sich sind noch nicht ausreichend. Wenn der Auszubildende Überdurchschnittliches leisten sollte, muss die Umgebung darauf aufmerksam gemacht werden und ihn fördern!

Das hier abgebildete Mehrfaktorenmodell von Franz Josef Mönks ist eines der vielen von Forschern entwickelten Modelle.

  
 Herausforderungen für den Auszubildenden
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Besonders begabte Auszubildende benötigen zur Förderung ihrer Entwicklung Herausforderungen. Versuchen Sie zu erkunden, ob ihr Auszubildender Folgendes braucht:
  • fachliche Herausforderungen
  • persönliche Herausforderungen
  • soziale Herausforderungen
Beispiele
Eine fachliche Herausforderung in der Gastronomie kann sein, den Auszubildenden schon früh in der Ausbildung Fleischgerichte zubreiten zu lassen.

Als persönliche Herausforderung für einen Auszubildenden kann man ihn in wichtige Entscheidungsprozesse im Betrieb mit einbeziehen.

Eine soziale Herausforderung im Einzelhandel kann sein, dem Auszubildenden die Verantwortung für Personalgruppen zu übertragen, zum Beispiel für angelerntes Personal im Geschäft.
  
 Entfaltungsmöglichkeiten
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Eines steht fest: Selbst das größte Talent wird nicht entdeckt, wenn es keine Chance zur Entfaltung erhält.

Natürlich muss der Auszubildende auch Routineaufgaben lösen können und die Dinge von Grund auf lernen. Aber er muss auch zeigen können, wozu er in der Lage ist er kann.

Beispiel Richard Thomsen A/S, Brabrand (Dänemark)
Hashi, 25 Jahre, hat nach seiner Ausbildungszeit beim auf Stahlkonstruktionen spezialisierten Unternehmen Richard Thomsen A/S eine besondere Auszeichnung für sein Gesellenstück erhalten.

"Ich habe entdeckt, dass man kann, was man will. Als ich damals bei Richard Thomsen beim Vorstellungsgespräch war, versprach ich dem Werksleiter, dass ich unter den Jahrgangsbesten sein werde, falls sie mich nehmen! Das habe ich jetzt geschafft – und im Betrieb sind sie mindestens genauso stolz wie ich!"
  
 Teilnahme an Wettbewerben
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An Wettbewerben teilzunehmen, kann den fachlichen Eifer des Auszubildenden anstacheln, ihn stolz machen und ihm Ziele geben.

Beispiel aus der dänischen Transportbranche
Bei den Meisterschaften erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit zu zeigen, welches Niveau und welche fachlichen Qualifikationen sie erreichen können und wozu die Fahrer der Zukunft fähig sind. Die Teilnehmer werden nach folgenden Kriterien bewertet:
  • Qualität
  • Sicherheit
  • Ergonomie
  • Zeitverbrauch
Die Auszubildenden fahren im Kampf um einen Platz auf dem Siegertreppchen LKWs, Kräne und Gabelstapler.

Die Teilnehmer an den Meisterschaften sind begehrte Auszubildende und erhalten große Unterstützung in der Transportbranche.

Die Nationalmannschaft wird auf Basis der Ergebnisse bei den dänischen Meisterschaften gebildet, die dann Dänemark bei der Europameisterschaft vertritt.
  
 Weiterbildung und Karriere
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Schon während der Ausbildung können Sie als Ausbilder auf die
spätere Karriere des Auszubildenden Einfluss nehmen. Oft wird eine erfahrene Fachkraft Möglichkeiten für die zukünftige Entwicklung des Auszubildenden erkennen können:
  • Ist der Jugendliche innerhalb eines Spezialbereiches besonders begabt?
  • Gibt es Kurse, die ihn zum Spezialisten machen können?
  • Ist er dazu geeignet, die Ausbildung durch eine theoretische Weiterbildung zu ergänzen?
  • Ist Ihr Auszubildender gar ein kommender Jungunternehmer?
Lebenslanges Lernen ist zum Begriff geworden. Es geht darum, vorwärts zu denken und die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, im Gleichtakt mit der Entwicklung der Wirtschaft.

Daher lohnt es sich, schon jetzt langfristige Vorstellungen anzudenken. Hier werden wahrscheinlich der Personalleiter oder der Meister den Auszubildenden beraten können.

Mehr zum Thema lebenslanges Lernen finden Sie im Modul 10.

6 – Das Umfeld des Azubis

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