Modul 5f – Sprache

  
 Fachausdrücke
minimieren
Unabhängig davon, ob der Auszubildende Deutsch als Muttersprache spricht oder nicht – es gibt immer fachliche Ausdrücke, die ein Auszubildender nicht versteht. Fachsprache umfasst ja mehr als nur allgemeine Ausdrücke.

Vorschlag
  • Erstellen Sie eine Liste mit den wichtigsten Fachausdrücken, die bei Ihnen benutzt werden.
  • Fertigen Sie Zeichnungen an, in denen zum Beispiel englische Fachwörter und die Übersetzungen eingefügt sind.
Die offiziellen Fachausdrücke zum Beispiel für Werkzeug oder Rohwaren hat der Auszubildende wahrscheinlich schon in der Berufsschule gelernt. Falls nicht, wird er diese schnell bei Ihnen aufschnappen. Aber es tauchen ständig neue Wörter und Ausdrücke auf, die für ihn neu sein werden.

Die nicht offiziellen Fachausdrücke sind Ihr "Slang". Sie sind im Betrieb so eingebürgert, dass alle Mitarbeiter sie kennen und nicht mehr darüber nachdenken, was sie eigentlich bedeuten. Diese Ausdrücke werden meist nur mündlich benutzt.

Wenn Worte fehlen: Der Ausbilder und die Fachkraft denken manchmal nicht darüber nach, was sie warum machen. Aber als Ausbilder sollte man seine Handlungen beschreiben können. Der Auszubildende versteht und lernt dann besser.Oftmals wiederholt man sich als Ausbilder, doch der Auszubildende immer noch nicht weiß, was gemeint ist. Üben Sie, die Arbeitsvorgänge auf verschiedene Weisen zu erklären.Gebrauchen Sie Fachausdrücke, anstatt nur zu sagen "ich brauch' das da".

Unternehmenseigene Ausdrücke: Es gibt bei Ihnen garantiert viele Ausdrücke, die Sie oft verwenden:
  • Abkürzungen
  • interne Bezeichnungen, zum Beispiel die Marke des Produzenten als Sammelbegriff für mehrere Marken
  • selbst kreierte Wörter, die einen ganzen Arbeitsprozess beschreiben
Geben Sie Ihrem Auszubildenden eine reelle Chance, Sie zu verstehen. Erklären Sie ihm, was diese Wörter bedeuten und woher sie kommen.

Beispiel zu unternehmenseigener Sprache
Ein Transportunternehmen hat eine Anweisung dazu erstellt, wie die Mitarbeiter Containernummern über CB-Funk benennen sollen. Nicht gerade einfach für einen neuen Mitarbeiter, oder?
  
 Aussprache und Präsentation
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Auch wenn der Auszubildende in einem technischen Bereich ausgebildet wird, muss er fachliche Themen und den Betrieb präsentieren können.

Später wird er Folgendes können müssen:
  • Gäste empfangen und eine Servicehaltung signalisieren
  • eine klare und deutliche Aussprache haben
  • eine kurze und präzise Beschreibung seiner Handlungen erstellen können
  • die eigenen Aufgaben mit der Gesamtproduktion im Unternehmen verbinden können
Das muss geübt werden! Geben Sie dem Auszubildenden Präsentationsaufgaben. Beobachten Sie und geben Sie Feedback: Konnten Sie hören, was er sagte? War alles verständlich? Konnten Sie sehen, was er demonstrierte?
  
 Mehrsprachige Azubis und ihre Fähigkeit, sich zu artikulieren
minimieren
In einigen Bereichen ist es wichtig, gut formulieren zu können, zum Beispiel in Bereichen mit Kundenkontakt. In anderen Abteilungen liegt der Fokus mehr auf der Produktion.

Manchmal kann Mehrsprachigkeit ein direkter Vorteil sein:

Beispiel Foto-Matic Aarhus ApS
Asger Larsen über sein thailändische Auszubildende Jirapron, genannt Natalie:

”Es ist eine Bereicherung für uns, Natalie bei uns zu haben – auch menschlich. Ich habe von ihr viel über fremde Kulturen und Denkweisen gelernt. Aufgrund der Sprachbarriere hat es anfangs etwas mehr Einweisung erfordert. Dann mussten wir halt besser formulieren. Die Kunden waren sehr verständnisvoll in Bezug auf die Sprachprobleme. Wir berichtigen ihre sprachlichen Fehler, und oftmals müssen wir das nur ein- oder zweimal tun, bis sie es gespeichert hat."
  
 Das Schriftliche
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Wie wichtig ist es bei Ihnen, korrekt schreiben zu können?

In den modernen Berufsausbildungen kommt man fast nicht ums Schreiben herum. Auch Schüler, die handwerkliche Fächer wählen und nicht besonders theoretisch veranlagt sind, müssen Berichte schreiben und Prüfungen bestehen, die schriftlich sind.

Vielleicht bieten soziale Einrichtungen oder in wenigen Fällen auch die Schule besonderen Unterricht für Legastheniker an oder unterstützen den Schüler bei anderen sprachlichen Schwierigkeiten.

Falls Ihr Auszubildender Hilfe braucht, können Sie den Vertrauenslehrer einschalten. Vielleicht können Sie auch besondere Hilfsmittel verwenden.
  
 Legasthenie
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Stellen Sie sich vor:
  • Sie können Straßenschilder nicht richtig lesen.
  • Sie können in der Zeitung nur die Bilder verstehen.
  • Sie können Notizzettel nicht richtig lesen.
Bei Legasthenie fällt es einem schwer, zu lesen und zu schreiben. Legastheniker können Buchstaben erkennen. Aber sie können nicht hören, wie ein Buchstabe klingt. Legasthenie könnte mit "Wort-taub" übersetzt werden.

Legasthenie hat nichts mit fehlender Begabung zu tun. Es gibt an den Schulen Testmöglichkeiten, um eine sogenannte Lese-Rechtschreib-Schwäche festzustellen.

Falls Ihr Auszubildender dieses Problem hat, können Sie Hilfen nutzen. Es gibt zum Beispiel Computerprogramme, die Nachrichten und Adressen laut lesen. Wenden Sie sich an Ihre Berufsschule oder soziale Einrichtungen und erkundigen Sie sich nach den Möglichkeiten.
  
 Fremdsprachen
minimieren
Das Beherrschen von Fremdsprachen ist heute ein "Muss".

Lassen Sie den Auszubildenden seine Sprachkenntnisse anwenden, auch wenn er sich ein wenig ziert. Übung macht Meister!

Es drängen sich überall mehr und mehr ausländische Fachausdrücke auf:
  • Kann Ihr Azubi die Manuals (Bedienungsanleitungen) lesen?
  • Versteht er die Bezeichnungen in den englischsprachigen Computerprogrammen?
  • Kann er mit Kunden im Ausland telefonisch kommunizieren?
  
 Fortbildung
minimieren
Vielleicht entdecken Sie im Betrieb Bedarf zur
sprachlichen Fortbildung, zum Beispiel:
  • Fremdsprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch?
  • zur deutschen Muttersprache?
  • Kurse zum besseren Schreiben und Lesen?
Nehmen Sie Kontakt zu Bildungseinrichtungen auf, die Sie beraten können. Die Anbieter führen zum Teil auch Sprachkurse in den Unternehmen durch.

Falls Ihr Auszubildender zusätzlichen Sprachunterricht benötigt, gibt es unter Umständen spezielle Angebote in der Berufsschule.

5 – Lernprozesse

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