Modul 5d – Feedback

  
 Regelmäßige Rückmeldungen
minimieren
Ein Auszubildender will gerne wissen, ob er seine Sache gut macht. Indirekt erhält er Rückmeldungen (Feedback) von Kollegen und vielleicht auch von Kunden.

Achten Sie bei Ihren Rückmeldungen besonders auf Folgendes:
  • Was ist richtig – und warum?
  • Was ist verkehrt – und warum?
  • Was sollte nächstes Mal anders gemacht werden – und warum?
  • Was sollte man auf jeden Fall genau so wieder machen – und warum?
  • Was kann weiter ausgebaut werden?
Laufende Rückmeldungen erweitern die Lernmöglichkeiten des Auszubildenden.
  
 "Time-out"
minimieren
Ein "Time-out" festzulegen, kann ab und zu eine gute Idee sein.

Ein "Time-out" bedeutet, dass man in die "Vogelperspektive" geht und die Dinge von oben betrachtet.

Dann kann man mit dem Auszubildenden das bereden, was gerade gelaufen ist.

Ein "Time-out" kann sich um Folgendes drehen:
  • Rückmeldung an den Auszubildenden: Was läuft gut, was nicht so gut? Geben Sie auch eine Begründung!
  • Diskutieren Sie mit dem Auszubildenden, ob seine Art, die Aufgabe zu lösen, zweckmäßig war. Könnte es anders funktionieren?
  • Fordern Sie Ihren Auszubildenden dazu auf, darüber nachzudenken, was er von seiner Aufgabe lernen kann: Was ist schwierig? Was fällt leicht? Welche Probleme treten auf? Welche Lösungen sind denkbar?
  
 Den Lernprozess veranschaulichen
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Jeder Auszubildende hat das Bedürfnis zu erleben, dass er etwas lernt. Dies erzeugt Motivation und beugt einem Ausbildungsabbruch vor. Leider denken Ausbilder im Alltag nicht immer daran.

Besonders zielstrebige Jugendliche wollen gerne lernen. Sie wissen, was sie wollen. Falls das Gefühl fehlt, ausreichend zu lernen, suchen sie sich unter Umständen einen anderen Ausbildungsplatz, sobald sich die Möglichkeit dazu bietet.

Unsicheren Jugendlichen fehlen Selbstsicherheit und Initiative. Auch hier ist das Erlebnis wichtig, etwas zu lernen. Das verschafft Selbstvertrauen.

Man kann Lernprozesse veranschaulichen, indem man Gespräche mit dem Auszubildenden führt,
  • bevor er eine neue Aufgabe angeht,
  • während er mit einer Aufgabe befasst ist,
  • nachdem die Aufgabe gelöst worden ist.
Wenn Ihr Auszubildender eine neue Arbeitsaufgabe angeht, lassen Sie ihn darüber nachdenken, was er tut und warum. Lassen Sie ihn seine eigenen Worte beziehungsweise eine Beschreibung dafür finden. Wahrscheinlich ist es neu für ihn, fachliche Begründungen zu formulieren.

Der Auszubildende soll selbst einsehen, dass er weitergekommen ist und er jetzt eine Menge kann und weiß, was er bei Ausbildungsanfang noch nicht konnte.

Vielleicht können Sie sich auch von dem Modell der "betrieblichen Lernspirale" inspirieren lassen, das im Modul 5c – Kompetenzen und Lernen vorgestellt wird.
  
 Feedback-Gespräche
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Es ist wichtig, in regelmäßigen Abständen Feedback-Gespräche zu führen.

Hintergrund ist, dass Ausbilder und Auszubildender sich darüber austauschen, wie die Ausbildung verläuft und was eventuell. geändert werden sollte.

Folgende Themen kann man angehen:
  • Fühlt der Azubi sich wohl (warum, warum nicht)?
  • Lernt er genug?
  • Sind die Arbeitsaufgaben zu leicht/zu schwer?
  • Bekommt der Auszubildenden ausreichend /zu wenig /zu viel Hilfe?
  • Wo muss er sich verbessern? Was kann er besonders gut?
  • Was hat er bisher gelernt? Was muss er noch lernen?
  • Welche Vorschläge hat der Auszubildende an den Betrieb?
Planen Sie mindestens 30 Minuten für das Gespräch ein. Finden Sie einen ungestörten Ort.

Und denken Sie daran: Beide Seiten sollten zu Wort kommen. Das bringt den größten Nutzen sowohl für den Ausbilder als auch für den Auszubildenden.

5 – Lernprozesse

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