Modul 5b – Ein positives Lernklima

  
 Ein positives Arbeitsklima
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Ein positiver Umgangston ist entscheidend dafür, ob der Auszubildende sich im Unternehmen wohlfühlt und einleben kann.

Falls er sich nicht wohlfühlt, besteht stets das Risiko eines Ausbildungsabbruchs. Sich in einem positiven Betriebsklima wohlzufühlen ist oft eng damit verbunden, ob der Azubi sich anerkannt und angenommen fühlt.

Deshalb ist der Umgangston wichtig. Sowohl das, was wir sagen, als auch die Art, wie wir es sagen, haben Bedeutung.

  
 Das Lernklima am Arbeitsplatz
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Ein förderndes Lernklima hat große Bedeutung für den Lernnutzen des Auszubildenden und sein Wohlfühlen am Arbeitsplatz. Bitte beachten Sie, dass eine Reihe von Faktoren das Lernklima im Betrieb beeinflussen.
  • Gibt es bei Ihnen Gebiete, die die betriebliche Ausbildung befördern?
  • Gibt es bei Ihnen Gebiete, die weiterentwickelt werden müssten?
Erwägen Sie auch:
  • Gibt es Raum für Vielfältigkeit?
  • Helfen Sie einander oder sorgt jeder für sich selbst?
  • Ist es "zulässig", Fehler zu machen?
  • Betrachten Sie Fehler als Möglichkeit, daraus zu lernen?
  • Ist es in Ordnung, um Hilfe zu bitten, falls man etwas nicht kann?
  • Gibt es Raum für neue Ideen und Umdenken?
  • Werden zum Beispiel Vorschläge der Auszubildenden oder der Mitarbeiter im betrieblichen Vorschlagswesen aufgegriffen?
  
 "Kulturschock" vermeiden
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In die Schule zu gehen oder am Arbeitsplatz zu lernen, sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Beispiel Maurerfirma Allan Larsen & Sønner A/S, Hvalsø (Dänemark)
"Ein guter Meister bereitet die jungen Auszubildenden vor, sodass sie keinen Kulturschock bekommen."
"Für einige Jugendliche ist es schwer, morgens aus dem Bett zu kommen."
(Erhvervsbladet, 26.5.2004)

Maurermeister Ib Larsen führt stets ein Gespräch mit den Jugendlichen, um sie auf die Veränderungen vorzubereiten. Er skizziert, welche Erwartungen er an Lehrstellenbewerber in seinem Unternehmen mit 18 Mitarbeitern hat.

Der Sinn ist, dass die Azubis im Gespräch selbst so viele Fragen wie möglich stellen, damit sie einen Eindruck davon bekommen, was im Fach abläuft."

Auch später führe ich regelmäßig Gespräche mit ihnen, um zu klären, ob irgendetwas anders gemacht werden sollte. Oder ob es Personen gibt, mit denen sie nicht können, oder ob wir am Arbeitsplatz Umgangsformen haben, die nicht so zweckmäßig sind."
  
 Beispiel: Ein eigener Ort für die Auszubildenden
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Einige Unternehmen errichten eigens Einrichtungen für Azubis: zum Beispiel eine "Junior-Firma" für das soziale Miteinander oder der Betrieb unterstützt den Kontakt mit Auszubildenden aus anderen Unternehmen.
 
Beispiel Bauunternehmer Hans Ulrik Jensen A/S
Das Bauunternehmen aus Auning in Dänemark mit insgesamt 100 Mitarbeitern ist das Thema grundsätzlich angegangen. Im Jahre 2006 kaufte man ein ganzes Anwesen für die Auszubildenden.

Die jungen Leute betreiben alles selbst: Ideenentwicklung und Planung, finanzielle Leitung, Umbau sowie Berichterstattung.

Die Auszubildenden arbeiten immer dann an dem Projekt, wenn der Betrieb sie gerade nicht in der alltäglichen Produktion braucht.

Durch dieses Umbauprojekt werden die Selbstständigkeit der Azubis sowie die kooperativen Fähigkeiten gefördert. Und dann macht es auch noch Spaß!

Mit dem Anwesen haben die Azubis nicht nur einen eigenen Ort. Sie üben gleichzeitig das Motto des Unternehmens "Erfolgreiches Bauen".

Die Unternehmensleitung und die Ingenieure der Unternehmung unterstützen das Projekt aktiv.

Der Betrieb hatte vorab den Bedarf für betriebsinterne Ausbildung erkannt, zum Beispiel für Qualitätskurse. Außerdem wollte man den Auszubildenden Übernachtungsmöglichkeit anbieten sowie ausländische Azubis und Mitarbeiter von Lieferanten empfangen können. Auf lange Sicht soll das Anwesen sich selbst tragen können.

Der Projektleiter Erik Banner berichtet, dass das Unternehmen jetzt weitaus mehr Bewerbungen erhält als früher und dass die Gesellen von den neuen tüchtigen Auszubildenden beeindruckt sind.

5 – Lernprozesse

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