Modul 4f – Kompetenzen des Ausbilders

  
 Berufliche Qualitäten
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Als Ausbilder sind Sie normalerweise eine ausgebildete Fachkraft. Doch die eigene Ausbildung kann Jahre zurückliegen… Oder aber Ihre Berufserfahrung bezieht sich nur auf einen Teil eines Ausbildungsberufs.

Daher sind die Auffrischung Ihrer Kenntnisse, Weiterbildungen und Zusatzausbildungen notwendig.

Als Ausbilder, Ausbildungsbeauftragter oder auch als Unternehmensleitung können Sie an verschiedenen Stellen Beratung und Unterstützung bekommen:
  • Berufsverbände oder Gewerkschaften
  • Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern
  • örtliche Berufsschulen
  • private Anbieter
Häufig müssen die zu erlernenden Kompetenzen genau spezifiziert werden, um die geeigneten Bildungsmaßnahmen zu finden, die Sie als Ausbilder qualifizieren.

In Deutschland ist das Ablegen eine Prüfung obligatorisch. Sie ist in der AEVO (Ausbilder-Eignungsverordnung) geregelt. Siehe www.bwbf.de.

Um Ausbilder sein zu dürfen, muss der Ausbilder sowohl die fachliche als auch die persönliche Eignung nachweisen. Zur fachlichen Eignung zählt auch die pädagogische Kompetenz, die der Ausbilder in einem schriftlichen und mündlichen Teil der AEVO-Prüfung nachweisen muss. Die Ausbildung zum Ausbilder ist nicht zuletzt eine Zusatzqualifikation, die Ihren Lebenslauf und Ihre Karriere positiv beeinflussen kann.

Beispiel Transportunternehmen Frode Laursen A/S, Hinnerup (Dänemark)
Der Fahrlehrer Bingo hat an einem Kurs über Treibstoffersparnis teilgenommen. Vor dem Kurs dachte er: „Nach 40 Jahren Berufserfahrung können die mir nichts mehr beibringen.“ Aber da lag er falsch: „Angewohnheiten sind ziemlich schwer abzulegen. Aber man kann immer dazulernen!“ Bingo stellte fest, dass selbst ein alter Hase wie er unter bestimmten Bedingungen bis zu 13 % Treibstoff einsparen konnte.
  
 Persönliche Qualifikationen
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Ausbilder zu sein bedeutet, dass Sie verschiedene persönliche Qualifikationen brauchen, die Sie als Fachkraft nicht benötigen.

Über folgende Fähigkeiten müssen Sie verfügen:
  • mit dem Auszubildenden angemessen zu kommunizieren
  • den Auszubildenden anzuleiten
  • dem Auszubildenden Feedback zu geben
  • sich mit Jugendkultur auskennen
  • mit dem Auszubildenden gemeinsam seine Ausbildung zu planen
  • die Möglichkeiten Ihres Betriebes für die Ausbildung erkennen
  • etc.
Wenn Sie Bedenken haben, dass Sie diese Anforderungen nicht erfüllen, sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten oder einem Ausbildungsbeauftragten. Gemeinsam können Sie herausfinden, welche Fähigkeiten Sie noch erwerben können.

Bedenken Sie:
Sie sind ein Vorbild für die Auszubildenden und sollten das Prinzip des "lebenslangen Lernens" auch vorleben.
  
 Kontinuierliche berufliche Weiterbildung
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Wir alle lernen immerzu, aber manchmal ist "richtige" Weiterbildung notwendig.

Weiterbildung kann bedeuten, dass Sie neue, zusätzliche Qualifikationen erwerben. In vielen Berufen können Sie so weiter die Karriereleiter hinaufsteigen, basierend auf Ihrer ursprünglichen Ausbildung.

Weiterbildung kann auch bedeuten, Ihre vorhandenen Kenntnisse dem Fortschritt anzupassen. Dies wird oft über nebenberufliche Kurse abgedeckt, entweder im Betrieb oder an einer Bildungseinrichtung.
  
 Internationale Ausbildung
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Ausbilder und Ausbildungsbeauftragte können abhängig vom Aufgabengebiet Förderungen für Weiterbildung im Ausland beantragen.

Lesen Sie mehr dazu in Modul 3 – Die Berufsausbildung!
  
 Ausbildung zum Ausbilder
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Viele Betriebe haben Bedarf an ausgebildeten Ausbildern.

Betriebe, die über ausgebildete Ausbilder verfügen, profitieren von besseren Ausbildungsbedingungen und natürlich von besser ausgebildeten Auszubildenden.

Informieren Sie sich bei Ihrer Kammer über die Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Ausbildung zum Ausbilder.
  
 Prüfertätigkeit
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Im Zusammenhang mit der IHK-Prüfung oder der Gesellenprüfung werden Prüfer aus den Unternehmen rekrutiert. Sie können sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerinteressen vertreten. Jeder Arbeitnehmer kann als Prüfer vorgeschlagen werden.

Für die Prüfertätigkeit werden Interessenten von den Unternehmen und Gewerkschaften vorgeschlagen, die diese der zuständigen Stelle (Kammern) melden. Die Kammern laden regelmäßig zu Arbeitskreistreffen ein. Hier können Best-Practice-Erfahrungen im Hinblick auf die Abschlussprüfungen ausgetauscht werden..
  
 Pädagogische Weiterbildung
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Berufsschullehrer müssen eine pädagogische Ausbildung vorweisen, Ausbilder oder Ausbildungsbeauftragte nicht.

Die Ausbildung zum Ausbilder enthält die Bereiche Pädagogik inklusive Methodik und Didaktik sowie rechtliche Aspekte, damit die Lern- und Lehrinhalte für die Auszubildenden optimal vermittelt werden können.

Michael Krämer, Restaurantfachmann und Ausbilder im Restaurant
„Meine eigene Ausbildung verlief ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Mein ehemaliger Ausbilder hat sich oft nicht an Vorschriften gehalten, wie zum Beispiel Höchstarbeitszeiten. Uns Auszubildenden ging es dabei nicht gut und eigentlich hatten wir oft keine Lust, überhaupt zur Arbeit zu erscheinen. Einige haben ihre Ausbildung deshalb auch abgebrochen. Sie durften halt nicht selbstständig arbeiten und der Chef schaute einem immer sehr kritisch auf die Finger. Dabei ist das ein sehr schöner Beruf, den ich erlernt habe – aber das konnte dieser Ausbilder nicht vermitteln.

Ich habe mich dann direkt nach meiner Ausbildung und dem Wechsel in einen anderen Betrieb zum Lehrgang 'Ausbildung der Ausbilder' angemeldet. Und da habe ich erst verstanden, was man alles falsch machen kann, aber noch viel wichtiger, wie man das alles richtig macht, damit die Auszubildenden und man selbst motiviert bei der Arbeit bleiben. Und damit habe ich Erfolg. Meine Auszubildenden arbeiten oft in Projekten und können sich dabei selbstständig Wissen und Berufserfahrung aneignen. In den Feedbackgesprächen sagen sie mir immer, dass das Arbeiten in unserem Betrieb Spaß macht. Und die Prüfung legen diese Auszubildenden mit Bravour ab.

Was will man mehr als Ausbilder?“ 

4 – Der Ausbilder

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