Modul 4e – Die Rolle des Ausbilders

  
 Eine zentrale Position
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Ausbilder sind Autoritätspersonen. Teil ihrer Aufgabe ist:
  • die Beschreibung der Aufgaben der Auszubildenden
  • Zuweisung von Aufgaben an Auszubildende
  • Neuverteilung von Aufgaben – auch zwischen mehreren Auszubildenden
  • Einschätzungen und Bewertungen vornehmen, die wichtig für die Zukunft des Auszubildenden sind
Haben Sie als Ausbilder oder Ausbildungsbeauftragter schon einmal mit Ihrem Chef über diese Machtposition gesprochen?

Haben Sie Richtlinien für Ihre Entscheidungen?

Haben Sie eine Anlaufstelle, wo Sie regelmäßig Ihre Erlebnisse und Erfahrungen besprechen können?
  
 Verantwortung
minimieren

Der Ausbilder hat eine besondere Position und nimmt verschiedene Rollen ein. Er ist Vermittler zwischen dem Auszubildenden und der Chefetage.

Der Ausbilder trägt eine moralische und rechtliche Verantwortung und muss nicht nur den beruflichen Fortschritt, sondern auch das Wohlergehen des Auszubildenden sicherstellen. Sie müssen unbedingt vermeiden:

  • Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Rasse, Nationalität oder Ähnlichem
  • Belästigungen jeder Art
  • Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder anderen Suchtmitteln
  • Gefährdung von Leib und Leben durch Unfälle, Luftverunreinigungen, Lärm oder gefährliche Chemikalien
  • körperliche Überbeanspruchung

Sie müssen auch sicherstellen, dass Sie und auch der Auszubildende keinerlei gesetzliche Bestimmung übertreten – beispielsweise in Bezug auf Überschreitung der Höchstarbeitszeiten. Machen Sie sich vor allem mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz und dem Arbeitszeitgesetz vertraut. Informieren können Sie sich im Internet zum Beispiel unter www.juris.de.

  
 Sandwichposition
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Viele Ausbilder beschreiben ihre eigene Position als "irgendwie dazwischen". Der Ausbilder fühlt sich als Bindeglied zwischen dem neuen Mitarbeiter und dem Betrieb.

Sie müssen eine Entscheidung bezüglich Ihrer Position treffen. Es ist sinnvoll, darüber mit Ihren Vorgesetzten zu sprechen:

  • Welche Informationen müssen an die Vorgesetzten weitergeleitet werden?
  • Was ist vertraulich zwischen Ausbilder und Auszubildendem?
  • Was ist vertraulich zwischen Ausbilder und Vorgesetzen?

Für den Auszubildenden ist sein Ausbilder eine Vertrauensperson. Auch sensible persönliche Informationen sind schnell weitererzählt. Machen Sie sich Ihre moralische Verantwortung bewusst!

  
 Mentor vs. Lehrer
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In der Beziehung zu Ihrem Auszubildenden müssen Sie zwischen verschiedenen Rollen wechseln – Lehrmeister, Mentor und Betreuer. Ein Lehrmeister betreut die berufliche Entwicklung des Auszubildenden wie auch seine persönlichen Kompetenzen. Abhängig von der Rolle, die Sie wählen, können Sie den Auszubildenden

  • unterstützen,
  • begeistern,
  • motivieren,
  • fordern und fördern.

Diese Möglichkeiten sind entscheidend für das, was der Auszubildende von Ihnen lernt.

  
 Evaluator
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Es gibt ein vierstufiges Modell, um die Fähigkeiten des Auszubildenden einzuordnen:
  1. Anfänger
  2. Anfänger mit Vorkenntnissen
  3. Fortgeschrittener
  4. Experte
Diese Stufen beschreiben den genauen Kenntnisstand eines Auszubildenden in Bezug auf bestimmte Lerninhalte. Bei Besprechungen mit dem Auszubildenden können Sie diese Einstufungen nutzen, um ihm ein Feedback über seine Lernfortschritte zu geben.

Die Leistung des Auszubildenden sollte regelmäßig bewertet werden. Dies ist notwendig, damit der Auszubildende lernt, seine eigenen Leistungen und seinen Fortschritt realistisch einzuschätzen. Die Bewertung vermittelt dem Auszubildenden zudem die Qualitätsstandards einzelner Bereiche.

Ihre Rolle als Ausbilder kann schwierig werden, wenn die Leistungen des Auszubildenden nicht ausreichen. Unabhängig von der Leistung des Auszubildenden ist es jedoch wichtig, als Evaluator über den Fortschritt, beim Erwerb der Fähigkeiten und das Schließen von Lücken zu informieren.

Der Auszubildende erwartet, dass Sie den korrekten Arbeitsvorgang, die jeweiligen professionellen Standards sowie die korrekte Ausführung einer Aufgabe genau kennen.

Die bewertete Leistung des Auszubildenden sollte sich mit der Zeit an geltende professionelle Standards anpassen.
  
 Technischer Ausbilder
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Es gibt Arbeitsprozesse, für die eine technische Unterweisung notwendig sind, beispielsweise die Bedienung von komplizierten Anlagen in der Industrie, das Führen von Fahrzeugen bei schlechten Wetter- und Bodenverhältnissen oder die Benutzung hoch entwickelter technischer Geräte.

Um zu entscheiden, ob ein Arbeitsprozess vorab auf eine bestimmte Weise eingeübt werden soll, können folgende Fragen Hilfestellung geben:

  1. Muss die Aufgabe zeitlich so schnell ausgeführt werden, dass während der Ausführung die Benutzung eines Handbuchs unmöglich ist?
  2. Ist der Arbeitsvorgang kompliziert oder umfangreich?
  3. Braucht der Auszubildende eine ausführliche Einweisung oder Erklärungen, bevor er die Aufgabe erledigen kann?
  4. Ist Präzision aufgrund von großen Risiken sehr wichtig?
  5. Erfordert die Aufgabe viele Entscheidungen?

4 – Der Ausbilder

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