Modul 4b – Laufende Arbeitsprozesse und Ausbildung

  
 Anforderungen eines Betriebes
minimieren
Welche unterschiedlichen Berufe und Bereiche existieren in Ihrem Betrieb? Welche Aufgaben und Bereiche sind geeignet für die Ausbildung – in Abhängigkeit vom Kenntnisstand des Auszubildenden?

Manche Tätigkeiten sind gut dafür geeignet, dass der Auszubildende sie eigenverantwortlich erledigt. Andere Aufgaben erfordern Einweisung, Überwachung und Wiederholung, damit der Auszubildende sie korrekt erlernt.

Überlegen Sie:
  • Was kann der Auszubildende durch die verschiedenen Aufgaben lernen?
  • Welche Tätigkeiten und Aufgaben fallen regelmäßig an?
  • Wird die Ausbildung von einem oder mehreren Fachkräften begleitet?
  • Welche Fähigkeiten bringt der Auszubildende schon mit, was kann er beitragen?
  
 Geeignete Aufgaben für Auszubildende
minimieren
Als Ausbilder müssen Sie einen Blick dafür entwickeln, welche Aufgaben sinnvoll für die Ausbildung sind. Mit anderen Worten: Sie müssen die Ausbildungsinhalte in den einzelnen Aufgaben in Ihrem Betrieb identifizieren.

Aufgaben, die auf bereits vorhandenen Fähigkeiten aufbauen, sind hierfür gut geeignet. Sie können vom Auszubildenden oft eigenverantwortlich ausgeführt werden. Solche Aufgaben kann der Auszubildende regelmäßig ohne Unterstützung erledigen.

Als Ausbilder müssen Sie jedoch immer die Ergebnisse überprüfen und dem Auszubildenden Feedback geben. Es ist sehr wichtig, dass der Auszubildende erfährt, ob er eine Aufgabe gut bewältigt hat oder was genau er noch verbessern muss.
  
 Arbeitsanweisungen
minimieren
Folgende Fragen sind entscheidend für einen Ausbilder:
  • Welche Fähigkeiten sind wichtig für den Auszubildenden?
  • Was sind geeignete neue Herausforderungen für den Auszubildenden?
  • Kann der Auszubildende die Aufgabe allein bewältigen?
  • Soll der Auszubildende von einer Fachkraft eingewiesen, unterstützt oder überwacht werden?
Wie wählt man Aufgabe aus? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:
  1. Auswahl der Aufgabe abhängig von dem, was der Auszubildende lernen muss,
  2. Auswahl der Aufgabe abhängig von dem, was der Auszubildende davon lernen kann.
Wie immer Sie sich entscheiden, der Arbeitsprozess sollte sich auf die spezifische Ausbildung beziehen!

Der Auszubildende sollte bei den ausbildungsrelevanten Aufgaben unterstützt werden. Im Idealfall wechseln sich folgende Aufgabentypen ab:

  • Aufgaben, die bereits erlernt, jedoch noch nicht eingeübt sind, und
  • Aufgaben, die noch nicht erlernt, aber für die Ausbildung notwendig sind.

Schwierige Situationen kann es geben, wenn ein Auszubildender auf Kunden trifft. Hat der Kunde Verständnis für den scheinbar noch nicht kompetenten Ansprechpartner? Kann es Probleme geben, wenn dem Auszubildenden Fehler unterlaufen – zum Beispiel in Bezug auf den Rechnungsbetrag oder die Qualität?

Deshalb ist es wichtig, die Aufgaben entsprechend den Fähigkeiten des Auszubildenden zu gestalten. Es ist Ihr Job als Ausbilder, jede Aufgabenstellung zu verdeutlichen und die Erfüllung der Aufgabe zu überwachen!

  
 Anlagen, die der Auszubildende nutzen kann
minimieren
Mitarbeiter brauchen einen Arbeitsplatz, Arbeitsgerät und Werkzeuge. Dasselbe gilt für Auszubildende.

Für seine Arbeit benötigt der Auszubildende eventuell einen Schreibtisch, einen Computer, Werkzeug, ein Handy und vielleicht eine Maschine oder auch ein Auto.

Überprüfen Sie:
  • Wo soll der Arbeitsplatz des Auszubildenden sein?
  • Ist der Platz angemessen ausgestattet?
  • Hat der Auszubildende genügend Werkzeuge oder andere notwendige Gegenstände, um seine Aufgaben erledigen zu können?
  • Weiß der Auszubildende, wo er Materialien oder Werkzeuge erhält, die er zusätzlich benötigt?
  
 Kenntnisse, die der Auszubildende mitbringt
minimieren
Als Ausbilder kann es Ihnen passieren, dass der Auszubildende mehr weiß, als Sie ursprünglich dachten.

Vielleicht begegnen Ihnen Auszubildende mit Fähigkeiten, die keinen unmittelbaren Bezug zu ihrer Ausbildung stehen, am Arbeitsplatz aber trotzdem von großem Nutzen sind zum Beispiel:
  • Vielleicht beherrscht der Auszubildende eine Fremdsprache, die die Zusammenarbeit mit einem Zulieferer erleichtert?
  • Kennt er sich gut mit Computern aus?
Seien Sie neugierig und lernen Sie Ihre Auszubildenden und deren Interessen kennen! Vielleicht können Sie dies im Betrieb gut nutzen.
  
 Verbindung von Betrieb und Schule
minimieren
Den richtigen Auszubildenden für Ihren Betrieb zu finden, kann schwierig sein. Genauso schwierig ist es für viele Jugendliche, sich für einen Beruf zu entscheiden. Diese Probleme können, wie erfolgreiche Projekte beweisen, durch Praktika oder Kooperationsprogramme mit Schulen gelöst werden.

Beispiel Praktikum
Bei einem Praktikum lernen Schüler einen Betrieb und einen Beruf kennen, indem sie eine Zeit lang am Arbeitsalltag teilnehmen. Normalerweise schreiben sie hinterher einen Praktikumsbericht und stellen ein von ihnen erarbeitetes Projekt vor.

Beispiel Kooperationsprogramm
Manche Schulen möchten nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Fähigkeiten vermitteln. Kooperationsprogramme beinhalten regelmäßige Veranstaltungen, bei denen entweder einer Ihrer Ausbilder zusätzliche Kurse an der Schule anbietet oder Schüler regelmäßig bei Ihnen im Betrieb arbeiten.

Diese Programme sind eine geeignete Möglichkeit, den für Sie passenden Auszubildenden zu finden. Darüber hinaus bieten sie auch Chancen für Schüler mit nicht so guten Zeugnissen und praktischer Begabung. 

Denken Sie bei der Konzeption eines Programms aber daran, dass Schüler unter wettbewerbskonformen Bedingungen arbeiten müssen. Im Zweifel können andere Lehrer Sie beraten.

4 – Der Ausbilder

anmelden