Modul 3d – Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen

  
 Das Zustandekommen von Ausbildungsordnungen
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Die Ausbildungsordnungen werden vom zuständigen Minister, meist der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Forschung erlassen. Die Erarbeitung obliegt jedoch dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das sich frühzeitig mit Arbeitgebern und Gewerkschaften abstimmt.

Gleichzeitig werden von den Vertretern der Bundesländer die Rahmenlehrpläne für die Berufsschulen erarbeitet. Der Hauptausschuss des Bundesinstitutes für Berufsbildung, in dem die Arbeitgeber, die Gewerkschaften, die Bundesländer und der Bund über jeweils acht Stimmen verfügen, verabschiedet letztendlich den Entwurf, der dann dem Minister vorgelegt wird.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung übernimmt weiterhin unter anderem folgende Aufgaben:
  • Beratung der Bundesregierung in Fragen der Berufsbildung
  • Berufsbildungsforschung
  • Empfehlungen an die Kammern und an die Ausbildungsbetriebe zur Durchführung der Berufsausbildung
  
 Die Organisation der Prüfungsausschüsse vor Ort
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Die Prüfungsausschüsse sind unabhängige Organe der Kammern und keinen Weisungen unterworfen.

Die Ausschussmitglieder sind zu einer gleich großen Zahl Beauftragte der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dazu kommt noch mindestens ein Lehrervertreter.
Der Ausschuss ist also paritätisch besetzt.

Vom ehrenamtlichen Prüfer wird neben Sachverstand ein hohes Verantwortungsbewusstsein und viel Idealismus verlangt. Die Aufgabe fordert nicht geringen zeitlichen Aufwand, der mitunter schwer mit den beruflichen Aufgaben in Einklang zu bringen ist.

Die praktische Mitarbeit im Prüfungsausschuss vermittelt einen guten Einblick in das Prüfungsgeschehen und zeigt, was von den Prüflingen gefordert wird. Daraus lassen sich wertvolle Rückschlüsse für die Ausbildung im Betrieb und für eine sachgemäße Prüfungsvorbereitung ziehen.

Auch die Zusammenarbeit mit der Berufsschule kann durch die Kontakte mit den mitprüfenden Berufsschullehrern verbessert werden. Die Mitarbeit des Ausbilders in einem Prüfungsausschuss ist deshalb nur zu empfehlen.

Prüfer müssen sachkundig für die Prüfungsgebiete und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet sein. Ausbilder genügen diesen Anforderungen in der Regel. Um Prüfer zu sein, muss jedoch nicht die AEVO-Qualifikation vorliegen.
  
 Andere Stellen und Projekte
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Die Qualität der Ausbildungen hängt von deren konstanter Weiterentwicklung ab. Deshalb werden Betriebe benötigt, die an Versuchen und Entwicklungsprojekten teilnehmen wollen.

Dies können Versuche sein, in denen man neue Ausbildungsmethoden erprobt oder untersucht, wie Auszubildende leichter lernen.

Vielleicht gibt es auch an Ihrer Berufsschule Arbeitsgruppen, die sich mit der Entwicklung der Ausbildungen beschäftigen. Hier will die Schule vermutlich gerne Ihre Erfahrungen einbeziehen. In manchen Bundesländern wie in Hamburg arbeiten Wirtschaft und Schule durch entsprechende Schulgesetze institutionalisiert gemeinsam an der Verwaltung und Entwicklung von Berufsschulen.

Diese Art von Aktivitäten kostet Zeit. Aber viele Unternehmen heben hervor, dass sie viel davon lernen und dass es sich um eine gute Investition in die Zukunft handelt.

Beispiel Transportunternehmen Frode Laursen A/S, Hinnerup (Dänemark)
"Das Unternehmen Frode Laursen A/S befindet sich in starkem Wachstum. Mitarbeiter und Führung haben daher stets viel zu tun. Trotzdem nehmen Führungskräfte regelmäßig an schulischen Projekten teil. Wir engagieren uns zum Beispiel in einem Entwicklungsausschuss an der Aarhus School of Business. Dadurch beeinflusst das Unternehmen die schulische Ausbildung in den Bereichen Verwaltung und Spedition. Auf Dauer eine gute Investition, da eine gute schulische Ausbildung eine wichtige Grundlage für gute Auszubildende und kommende Mitarbeiter ist!"

3 – Die Berufsausbildung

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