Modul 3b – Inhalt, Anforderungen und Aufbau

  
 Arten von Ausbildungsberufen
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Die schulische und die betriebliche Ausbildung sollen gemeinsam dazu beitragen, dass der Auszubildende die für eine Fachkraft notwendigen Kompetenzen erlangt.

Für die betriebliche Ausbildung ist innerhalb der verschiedenen Arbeitsgebiete und Funktionen eine Reihe von Lernzielen definiert. Die zu erreichenden Lernziele des Ausbildungsrahmenplans sind obligatorisch.

Die Spezialisierungen
Manche Ausbildungen sehen auch Spezialisierungen vor. Eine Berufsausbildung kann eine oder mehrere Spezialisierungen beinhalten. Die Spezialisierung entspricht dem Fachgebiet, in dem der Auszubildende seine fachliche Kompetenz erhält (Monoberufe mit Spezialisierung), zum Beispiel bei den Groß- und Außenhandelkaufleuten (in die Fachrichtungen Groß- und Außenhandel).

Es gibt auch die Variante, dass der Name der Ausbildungsordnung zwar identisch ist, im Ausbildungsrahmenplan jedoch Differenzierungen stattfinden, zum Beispiel bei den Einzelhandelskaufleuten in diverse Fachbereiche. Auch die neu geordneten Metall- und Elektroberufe fallen in diese Kategorie. Nach einer gemeinsamen Grundbildung werden zunächst Berufsgruppen zusammengefasst, noch später in der Ausbildung dann Berufe und schließlich folgt zu guter Letzt eine fachspezifische Ausbildung.

In eine ähnliche Richtung gehen Monoberufe mit Sockelqualifizierung, in denen über alle Ausbildungsjahre gemeinsame Basisqualifikationen vermittelt werden, während der ganzen Zeit aber auch eigenständige Inhalte.

Auch Ausbildungsordnungen mit Stufenausbildung sind ein Ausdruck der Differenzierung und Individualisierung der Ausbildung. Nach einem ersten Abschluss, in der Regel nach zwei Jahren, haben die besonders qualifizierten Auszubildenden die Möglichkeit, nach einem bis eineinhalb Jahren einen weiteren Abschluss in einer zweiten Stufe draufzusatteln, zum Beispiel in den Bauberufen.
  
 Lernziele im Betrieb
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Die betriebliche Ausbildung macht etwa zwei Drittel der Gesamtausbildung aus. Das Unternehmen verpflichtet sich dazu, dem Auszubildenden die in der Ausbildungsordnung festgelegten Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu vermitteln.

Diese Fertigkeiten und Fähigkeiten werden im betrieblichen Ausbildungsplan weiter spezifiziert.

Beispiel Mechatroniker
Die Ausbildung in Berufsschule und Betrieb wird durch den Ausbildungsrahmenplan koordiniert, weil bestimmte Inhalte bestimmten Ausbildungsjahren zugeordnet werden und auch eine Vermittlungsdauer festgelegt ist. Trotzdem ist es sinnvoll, in Kontakt mit der Berufsschule zu bleiben, um über Änderungen rechtzeitig informiert zu werden.
  
 Die Abschlussprüfung
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Die Art der Ausbildung bestimmt, ob eine Gesellenprüfung oder eine Kaufmannsgehilfenprüfung als Abschlussprüfung abgehalten wird.

Die Abschlussprüfung liegt im Verantwortungsbereich der zuständigen Stelle (Kammer). Normalerweise wird sie in der Berufsschule durchgeführt, unter Aufsicht von Prüfern, die von der Kammer ernannt worden sind.

Nach erfolgreich abgelegter Prüfung erhält der Auszubildende seinen Gesellenbrief (Handwerk) beziehungsweise Kaufmannsgehilfenbrief (Industrie und Handel).
  
 Duales System
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Eine Berufsausbildung dauert zwischen zwei und dreieinhalb Jahren und besteht aus zwei Teilen – der schulischen und der betrieblichen Ausbildung. Etwa zwei Drittel der Zeit verbringt der Auszubildende im Betrieb.

Dieser Aufbau wird als "duales System" bezeichnet, mit wechselweise schulischem und betrieblichem Aufenthalt.

Damit ist eigentlich eine gute Voraussetzung dafür geschaffen, dass Schule und Betrieb einander gut ergänzen können. Jedoch erfordert dies natürlich eine gute Koordination!
  
 Meilensteine
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Es gibt eine Reihe von Ereignissen, die im Ausbildungsplan des Auszubildenden berücksichtigt werden sollten oder müssen, zum Beispiel:
  • Ihre Feedback-Gespräche
  • Beginn und Ende der betrieblichen Ausbildungsabschnitte
  • Kurse und Seminare bei Lieferanten
  • betriebsspezifische Spezialisierungen
  • eventuell Zwischenprüfungen
  • die Abschlussprüfung
Diese Ereignisse sollten schon am Anfang der Ausbildung für den Auszubildenden in Form eines individuellen Ausbildungsplans verzeichnet werden. Damit hat der Auszubildenden besondere Meilensteine, auf die er hinarbeiten kann.
  
 Feedback-Gespräche
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Bei Abschluss jedes betrieblichen Ausbildungsabschnittes sollte
zusammen mit dem Auszubildenden der Lernerfolg festgestellt werden.

Das bedeutet, dass der Ausbilder, gegebenenfalls gemeinsam mit
der anleitenden Fachkraft, ein persönliches Gespräch führen sollte.

Finden Sie einen Zeitpunkt und einen Ort, wo Sie ungestört miteinander reden können:
  • Wie läuft die Ausbildung nach Ansicht des Auszubildenden?
  • Womit hat der Auszubildenden vorzugsweise gearbeitet?
  • Was hat er gelernt?
  • Fühlt er sich im Unternehmen wohl? Gibt es etwas, womit er mehr arbeiten müsste?
  • usw.

3 – Die Berufsausbildung

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