Modul 2g – Personalpolitik

  
 Unternehmensbroschüre
minimieren
Ein Unternehmens- oder Personalhandbuch ist gültig für alle Mitarbeiter.

Beispiel Hotel Koldingfjord, Kolding (Dänemark)
Das Personalhandbuch des Hotels umfasst viele Themenbereiche und jede Abteilung ist gesondert beschrieben. Unter anderem beinhaltet es folgende Abschnitte:
  • die Historie des Hotels, der Kontext, eine Gebäudeübersicht usw.
  • die Geschäftsidee, die jetzige Lage und die "Gesetze" des Hotels mit "dem Gast im Zentrum"
  • den Organisationsaufbau, die Eigentumsverhältnisse sowie praktische Einzelheiten
Hier sind auch Erfolgskriterien für eine gute Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und für den Gästeservice beschrieben.
  
 Regeln am Arbeitsplatz
minimieren
Der Auszubildende sollte die wichtigsten Regeln im Unternehmen gleich von Anfang an kennen – auch die ungeschriebenen!

Diese Regeln schriftlich zu übergeben, ist eine gute Idee, selbst wenn sie eigentlich einleuchtend sein sollten.

Dies vermeidet Unsicherheiten, die dadurch entstehen können, dass der Auszubildende nicht weiß, wie er sich verhalten soll. Die Regeln können Bedeutung erlangen, falls aus irgendwelchen Gründen Uneinigkeit entsteht.
  
 Die Kompetenzen der Mitarbeiter
minimieren
Egal, wie kompetent wir sind: Irgendwann entsteht der Bedarf, sich weiter- oder fortzubilden. Gründe können zum Beispiel sein, dass das Unternehmen seine Geschäftsfelder erweitert, neue Technologien hinzukommen oder Mitarbeiter ein neues Arbeitsgebiet übernehmen sollen.

In der Regel erstellt die Personalabteilung eine Analyse, in der untersucht wird, welche Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter für die Entwicklung des Unternehmens nötig ist.

Viele Organisationen bieten dabei Hilfe an, zum Beispiel die Kammern und ihre Bildungseinrichtungen.
  
 Weiter- und Fortbildung von Fachkräften
minimieren
"Lebenslanges Lernen" ist ein fester Begriff im Arbeitsalltag geworden. Wir lernen zwar ständig, aber manchmal gehört auch eine formelle Weiterbildung dazu.

Weiterbildung wird gegliedert in a) allgemeine nicht berufliche Weiterbldung (z.B. Sprachkurs für den Urlaub, Yoga und Rückenschulung für die Gesundheit), b) die politische Weiterbildung (z.B. Seminare über Probleme des Umweltschutzes) und c) die berufliche Weiterbildung (Anpassungs- oder Aufstiegsweiterbildung), als Umschulung und als Lernen am Arbeitsplatz/Einarbeitung. Bekannte Beispiele sind der Geprüfte Bilanzbuchhalter, der Geprüfte Technische Betriebswirt oder der Geprüfte Betriebswirt. Weiterbildung ist die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer ersten Aubildung und nach Aufnahme einer Berufstätigkeit. Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind unverzichtbar, um Qualifikationen anzupassen und weiterzuentwickeln.

Fortbildung
Die berufliche Fortbildung soll ermöglichen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten, anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen (§ 1 Abs. 4 BBiG).
  
 Der Betriebsrat und die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV)
minimieren
Five students in their introduction programme (with their trainer) Arbeitnehmer in Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten können einen Betriebsrat gründen. In wirtschaftlichen Dingen wird der Betriebsrat informiert, in personellen Dingen kann er mitberaten, in sozialen Dingen mitbestimmen.

Wenn der Betrieb mehr als 20 Beschäftigte hat, hat der Betriebsrat umfangreichere Kompetenzen. Die gesetzliche Grundlage für die Arbeit des Betriebsrates ist das Betriebsverfassungsgesetz.

Wenn der Betrieb fünf Azubis unter 25 Jahren oder jugendliche Arbeitnehmer beschäftigt, können diese eine eigene Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) wählen. Die JAV ist der Ansprechpartner speziell für die jungen Leute im Betrieb und trägt ihre Wünsche und Anregungen weiter an den Betriebsrat.

Sowohl Betriebsrat wie JAV halten Sprechstunden im Betrieb ab und können auch den Kontakt zur Gewerkschaft herstellen.

Das Betriebsklima und die Arbeitsverhältnisse sind breite Themenbereiche, die auch im Modul 8 – Sicherheit und Betriebsklima behandelt werden.
  
 Ihre Kontaktpersonen für den Auszubildenden
minimieren
Der Auszubildende hat wahrscheinlich mehrere Bezugspersonen in Ihrem Unternehmen:
  • andere Auszubildende
  • Ihren Ausbildungsleiter
  • den Ausbilder/andere Fachkräfte
  • Betriebsrat/JAV-Vertreter
Vielleicht kann man dem Auszubildenden auch einen festen Mentor zuordnen, dessen Funktion ist, sich um sein Wohlbefinden und Fortkommen zu kümmern?

Zurzeit wird an vielen Arbeitsplätzen mit Mentoring-Modellen experimentiert. Ein Mentor kann ein älterer Auszubildende oder ein ausgelernter, junger Kollege sein. In Dänemark hat man damit zum Beispiel gute Resultate speziell bei Auszubildenden mit Migrationshintergrund erzielt.

2 – Der Arbeitsplatz

anmelden