Modul 2f – Die Ausbildungsgenehmigung

  
 Die Erlaubnis auszubilden
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Die Ausbildungsstätte muss Anforderungen hinsichtlich der Art, der Einrichtung und des zahlenmäßigen Verhältnisses zwischen Auszubildenden und Fachpersonal erfüllen.
  • Die Art bedeutet, dass die Branche stimmen muss. Ein Friseurhandwerksbetrieb kann zum Beispiel keine Industriekaufleute ausbilden.
  • Die Einrichtung bezieht sich auf die Ausstattung des Betriebes mit den notwendigen technischen und sozialen Einrichtungen.
  • Die Zahl der Auszubildenden muss in einem angemessenen Verhältnis zu den Ausbildungsplätzen oder zur Zahl der beschäftigten Fachkräfte stehen.
Der Ausbildende
Einstellen darf nur, wer persönlich geeignet ist. Das heißt im Umkehrschluss, dass derjenige, der nicht geeignet ist, keine Auszubildenden einstellen darf.

Die persönliche Eignung fehlt zum Beispiel., wenn mehrfach gegen das Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) verstoßen wurde. Der Ausbildende bestätigt der Kammer seine persönliche Eignung auf einem Formblatt. Gegebenenfalls muss ein polizeiliches Führungszeugnis beigebracht werden.

Der Ausbilder
Ausbilden darf nur, wer persönlich und fachlich geeignet ist. Die fachliche Eignung ist gegeben, wenn im Ausbildungsberuf der Kaufmannsgehilfenbrief beziehungsweise Gesellenbrief erlangt wurde oder wenn der Ausbilder eine Abschlussprüfung an einer deutschen Hochschule, staatlich anerkannten Ingenieurschule oder Höheren Wirtschaftsfachschule in einer dem Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung bestanden hat und eine angemessene Zeit in seinem Beruf praktisch tätig gewesen ist.
  
 Die zuständige Stelle
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Jeder Ausbildungsberuf ist in der Regel einer zuständigen Kammer zugeordnet, zumeist der IHK oder der HK. Die Kammer hat folgende Aufgaben:
  • Eignungsfeststellung  
  • Überwachung der Ausbildung                  
  • Durchführung der Prüfungen
  • Beratung bei Fragen zur Ausbildung
  • Schlichtung bei Streitigkeiten                          
  
 Die Kontaktpersonen für den Betrieb
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Ein Berufsschullehrer ist mehr als Lehrpersonal. Bestimmte Lehrer sind auch Berater, die mit Vertrauenslehrern, Mentoren und Betrieben zusammenarbeiten.

Ein fester Kontakt zur Schule ist eine gute Investition. Sie erzielen dadurch mehrere Vorteile:
  • Sie erhalten Einsicht in die aktuelle Ausbildung.
  • Sie können dem Schüler auch während der schulischen Ausbildungsabschnitte folgen.
  • Sie können dem Schüler in schwierigen Phasen der Ausbildung helfen.
  • Sie können nachfassen, falls Probleme entstehen.
  • Sie bekommen Verständnis für die "andere Welt" des Auszubildenden.
  • Sie haben im Idealfall einen fachlichen Erfahrungsaustausch.
  • Sie können die Kontakte des Lehrers zu anderen Unternehmen, Gremien oder Ähnlichem nutzen.
  
 Ausbilden im Verbund
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Erfahrungsaustausch mit anderen Ausbildungsbetrieben ist eine sinnvolle Idee.

Unternehmen, denen entweder die Möglichkeit, eine vollständige Ausbildung anzubieten, fehlt oder die nur eine kürzere Periode überschauen können, können "im Verbund" ausbilden.

Verbundausbildung ist eine Zusammenarbeit einzelner Betriebe in der Ausbildung. Dabei existieren verschiedene Formen. Informationen hier.

Bei Vertragserstellung wird zwischen den Betrieben abgesprochen, in welchen Abschnitten die Auszubildenden in welchem Betrieb ausgebildet werden.
  • Der Auszubildende kann seine betriebliche Ausbildung entweder zwischen zwei Unternehmen teilen, zum Beispiel jeweils ein halbes Jahr und dann wechseln,
  • oder der Auszubildende ist innerhalb der jeweiligen betrieblichen Phase beiden Unternehmen zugeordnet.
Ausbildungsleiter eines großen Hotels
"Im Verbund auszubilden, ist eine gute Idee. Es kann Abwechslung bringen und eine Motivation für Auszubildende mit besonderen Fähigkeiten sein."
  
 Ausbilden im Unternehmen
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Hat man als Betrieb mehrere Auszubildende, ergeben sich Fragen:
  • Welche Arbeitsaufgaben sollen die Auszubildenden wann ausführen?
  • Was sollen die Auszubildenden zu welchen Zeitpunkten lernen?
  • Welche Fachkräfte sollen wann welchen Auszubildenden anlernen?
  • Wann kommt welcher Auszubildende aus der oder in die Berufsschule?
Die Lösung ist: ein betrieblicher Ausbildungsplan. Zweierlei muss miteinander abgestimmt werden:
  1. die offiziellen Lern- oder Kompetenzziele jeder Ausbildung (siehe Ausbildungsverordnungen)
  2. Ihr praktischer Rahmen, um den Auszubildenden Arbeits- und Lernaufgaben anbieten zu können
Siehe dazu mehr im Modul 1d – Ein Ausbildungsplan für den Auszubildenden und im Modul 4 – Der Ausbilder.

2 – Der Arbeitsplatz

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