Modul 1c – Vertrag, Probezeit und Ausbildungsnachweis

 Der Vertrag
minimieren
Beim Abschluss des Vertrages müssen formelle und rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Bereiten Sie sich deshalb gewissenhaft darauf vor.

Es wird Ihnen bei der zuständigen Stelle in den Kammern geholfen. Wichtig: Bei minderjährigen Auszubildenden müssen die gesetzlichen Vertreter unterschreiben!

Musterverträge für Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammern finden Sie zum Download unter www.dihk.de.
 Die Vergütung
minimieren

Die Vergütung des Azubis kann frei ausgehandelt werden, muss aber mindestens 80 % der tariflich üblichen Vergütung betragen. Mit jedem Ausbildungsjahr muss sich die Vergütung erhöhen. Tarifgebundene Arbeitgeber müssen die tarifliche Vergütung zahlen.

Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen Stelle, zum Beispiel Ihrer Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer.

 Vertrags- oder Konfliktlösung?
minimieren

Es kann passieren, dass eine oder beide Seiten den Ausbildungsvertrag auflösen möchten.

Falls dies innerhalb der Probezeit geschieht, kann der Vertrag von jeder der beiden Seiten gekündigt werden, ohne dass eine Frist eingehalten werden muss. Allerdings müssen bei minderjährigen Azubis die gesetzlichen Vertreter bei der Kündigung einwilligen. Gleiches gilt für Aufhebungsverträge.

Beispiel Transportunternehmen
Es kann jedoch auch anders gehen: Der Ausbildungsberater der Kammer wurde um Hilfe bei der Lösung eines Konflikts gebeten. Der Unternehmer wollte den Vertrag kündigen.

Bei einem gemeinsamen Termin mit dem Auszubildenden weigerte dieser sich jedoch, mit dem Ausbilder zu reden und verließ das Treffen. Jetzt reagierte das Unternehmen ungewöhnlich und hielt an dem Vertrag fest. Nach einigen Wochen zeigte sich, dass beide Seiten sich geeinigt hatten und das Ausbildungsverhältnis weiterführten. Die Drohung, den Vertrag zu lösen, hatte anscheinend nur die Funktion, einen Konflikt zu verdeutlichen. Bei Streitigkeiten aus einem bestehenden Ausbildungsverhältnis, muss vor einem Gerichtsverfahren eine Schlichtungsverhandlung vor einem Schlichtungsausschuss der zuständigen Stelle stattfinden.

 Der rechtliche Rahmen
minimieren
Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind in der nationalen Gesetzgebung der einzelnen Länder geregelt.

Das deutsche Berufsbildungsgesetz (BBiG) kann hier heruntergeladen werden.

 

 Länge und Beurteilung der Probezeit
minimieren
Es hilft beiden Seiten, wenn ein neuer Mitarbeiter zunächst auf Probe eingestellt wird.

Der Arbeitgeber kann so feststellen,
  • ob Persönlichkeit und Fähigkeiten des Mitarbeitern dem entsprechen, was seine Bewerbung aussagte,
  • ob er in der Lage sein wird, die Anforderungen des Unternehmens zu erfüllen,
  • ob er zur Unternehmenskultur passt.
Der Auszubildende kann während der Probezeit ebenfalls überprüfen, ob er sich für den richtigen Beruf, das richtige Unternehmen und die richtige Branche entschieden hat und ob er mit den Kollegen gut zurechtkommt.

Die Dauer der Probezeit ist ihn den verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt. In Deutschland muss sie in der Berufsausbildung mindestens einen und darf maximal vier Monate dauern. Vor Abschluss der Probezeit sollten Sie ein Beurteilungsgespräch mit dem Auszubildenden und eventuell auch seinen Eltern führen.
  
 Möglichkeiten individueller Vertragsgestaltung
minimieren
Der TrainerGuide bezieht sich auf den „normalen“ Mustervertrag. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, die Ausbildung individuell an den Azubi anzupassen. Vielleicht ist eine der folgenden Möglichkeiten geeignet?
  • generelle Verkürzung der Ausbildung, zum Beispiel aufgrund der schulischen Vorbildung
  • individuelle Verkürzung aufgrund mindestens guter Leistungen im Betrieb und in der Schule
  • Ausbildungsverbund mehrerer Unternehmen
  • Ausbildung im Ausland
  • Ausbildung in Teilzeit
 Betrieblicher Ausbildungsplan und Ausbildungsnachweis
minimieren
Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, einen betrieblichen Ausbildungsplan zu erstellen. Aufbauend auf dem Ausbildungsrahmenplan werden Lerninhalte Zeiten in den Ausbildungsjahren zugeordnet, die der Betrieb an seine besonderen Verhältnisse anpassen kann.

Der Azubi muss in seinem regelmäßig zu führenden Ausbildungsnachweis die Lerninhalte und
-fortschritte dokumentieren. Das Führen des Ausbildungsnachweises ist eine Voraussetzung, die der Azubi erfüllen muss, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden.

Sie können die Ausbildungsordnung inklusive des Ausbildungsrahmenplans über die für Sie zuständige Kammer beziehen.

1 – Finden und einstellen

anmelden